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Brut- und Setzzeit: Wie Katzenhalter Vögel schützen können

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Foto: Pexels

Sie sind klein, unerfahren und leichte Beute: Jungvögel brauchen zur Hauptbrutzeit zwischen März und Juli besonderen Schutz. Das kollidiert oft mit dem Bedürfnis von Katzen nach Bewegung im Freien. Verantwortungsbewusste Tierhalter können diesen Spagat mit vier Optionen bewältigen, die sowohl Vögeln als auch Katzen gerecht werden.

Die tägliche Patrouille in ihrem Revier ist für viele Katzen ein geliebter Bestandteil ihres Alltags. Die meisten durchstreifen nur den Garten ihrer Halter oder den Nachbarsgarten, manche tingeln auch weiter. Dabei können kränkliche oder geschwächte (Jung-)Vögel in der Hauptbrutzeit zwischen März und Juli leicht in Gefahr geraten. Um die gefiederten Gartenbewohner zu schützen, können Katzenhalter mit einfachen Mitteln vorbeugen.

1.) Ausgang in frühen Morgen- und Abendstunden vermeiden

Eine Option ist es, die Ausgangszeiten der Katze anzupassen. Besonders viele Vögel sind in den frühen Morgen- und Abendstunden unterwegs, weiß die Tierärztin und Tierverhaltenstherapeutin Dr. Heidi Bernauer-Münz. „Es ist einen Versuch wert, die Katze schrittweise an spätere Freigangszeiten zu gewöhnen. Dies gelingt am besten, wenn das Tier ab sofort jeden Tag etwa 15 Minuten später rausgelassen wird.“ Es kann allerdings zu Protesten kommen, wenn die Katze sich in ihrer Tagesroutine gestört fühlt. Viele Katzen sind wenig flexibel. Außerdem schätzen sie es nicht, wenn die Nachbarskatze jetzt in dieser gewonnenen Zeit das Revier durchstreift.

2.) Jagdmotivation spielerisch im Haus ausleben lassen

Für eine junge Katze, die gern klettert und Verfolgungsjagden liebt, ist ein unerfahrener Vogel eine verlockende Beute. „Ein intensives Spiel mit der Katze im Haus kann helfen, dass sie weniger Interesse an der Vogeljagd hat, zumindest ist es einen Versuch wert“, sagt Dr. Bernauer-Münz. Viel Beschäftigung und kreative Spiele mit der Katze im Haus sind immer gut und erfreuen Mensch und Stubentiger.

3.) Den Garten katzensicher gestalten

Eine langfristig sinnvolle Option ist die Umgestaltung des eigenen Gartens, damit er Vögeln nicht nur geeigneten Lebensraum, sondern auch Schutz vor Jägern bietet. Einheimische Bäume, Sträucher und Blumen locken durch eine Auswahl an Samen und Früchten Insekten an, was wiederum die insektenfressenden Vögel freut. Dornige Büsche verschaffen Vögeln eine Versteckmöglichkeit, in die Katzen nicht hineinkommen. Auch Nisthilfen, aufgehängt an Bäumen oder Fassaden, bieten gefiederten Familien ein sicheres Zuhause. Vogelnester in Bäumen sollten nach Möglichkeit vor Freigängerkatzen abgesichert werden – etwa durch Brombeerranken, die verhindern, dass Katzen die Äste hochklettern.

Nicht geeignet zum Vogelschutz sind hingegen Halsbänder mit Glöckchen für die Katze. „Häufig erfüllen die Glocken nicht ihren Zweck“, erläutert Dr. Bernauer-Münz. „Die Halsbänder stellen für den Freigänger darüber hinaus ein erhebliches Verletzungsrisiko dar, wenn sie damit an Bäumen oder Zäunen hängenbleiben.“

4.)  Immer für ausreichendes Futterangebot sorgen

Laut der Tierärztin verhalten sich nicht alle Katzen gleich gegenüber Jagdreizen. „Leider jagen auch satte Katzen, wenn sie eine hohe Motivation zur Jagd haben“, sagt sie. Aber zumindest ist der Anreiz zum Futtererwerb nicht so hoch, wenn die Katze satt ist.

Katzen lauern normalerweise bei ihrer Jagd auf Mäuse relativ lange. Zum Vogelfang muss die Katze ihre Taktik ändern und schnell sein – für viele Katzen eine nicht zu bewältigende Herausforderung. Kommt einer Katze doch mal ein Vogel zwischen die Pfoten, handelt es sich in der Regel um ein krankes und schwaches Federtier, welches womöglich aus dem Nest gefallen ist.

Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. Pressemitteilung