Hauskatzen bedrohen Artenvielfalt

Fast jeder Katzenbesitzer kennt das Szenario: Katerli oder Miezie bringen regelmäßig kleine oder größere „Geschenke“ von ihren Streifzügen mit. Mancher Fisch, so manche Maus und der eine oder andre gefiederte Kamerad fanden leider so schon tot oder nur noch halb lebendig den Weg ins Wohnzimmer. Nun behaupten Forscher und Wissenschaftler, dass unsere Stubentiger die Artenvielfalt unserer Nachbarschaft bedrohen würden. Dabei tun sie nur das, was alle ihrer Artgenossen tun. Sie jagen. Das ist nun einmal das oberste Hobby aller Kater und Katzen. Unterschätzen wir die Auswirkungen wirklich? Wir gehen der Sache auf den Grund.

Die jagende Katze wird zur Gefahr

Glaubt man den Angaben, so sind Hauskatzen ein hohes Risiko für die lokalen Wildtierpopulationen. Und zwar bedrohen sie diese viel mehr, als bis vor wenigen Jahren noch angenommen wurde. Laut Analysen und Forschungsergebnissen sollen die Samtpfoten einen sehr großen Einfluss auf das Ökosystem haben, als bislang angenommen. Betroffen ist davon vor allem das direkte Umfeld, also unsere Nachbarschaft, das Feld nebenan, oder das Wäldchen und die Wiese direkt gegenüber. Der Grund dafür ist durchaus plausibel, denn es gibt immer mehr Katzen, welche sich einen damit immer kleiner werdenden Raum teilen müssen. Das Jagdrevier wird also immer kleiner und von immer mehr werdenden Tieren frequentiert. Das kann zu bedrohlichen Ausmaßen und Folgen führen, was die wild lebenden Tiere angeht.

Der Jagdtrieb, der Instinkt und ihre Neugierde liegen in ihren Genen. Katzen und Kater sind geborene Jäger und dies müssen sie ausleben dürfen. Doch die Population an Jagdopfern, also Tieren, die sie erbeuten, wie Fische aus Nachbars Garten, oder dem Bach, Vögel oder auch andere Kleintiere kann so stark abnehmen. Je mehr Katzen sich ein Gebiet teilen, desto eher kann es passieren, dass eine Tierart dort fast ausgerottet wird. Es gibt sogar eine Schätzung aus Nordamerika, dass dort bis zu 30 Milliarden Wildtiere jedes Jahr durch Hauskatzen getötet werden. Wir reden hier also nicht von einer Handvoll Mäuse, sondern von einer riesigen Menge. Dass dies Einfluss auf das allgemeine Ökosystem haben kann, muss nun klar sein.

Den Samtpfoten auf der Spur

Natürlich möchten Wissenschaftler nun auch herausfinden, welche Auswirkungen das Jagen der Katzen haben kann. So wurden Beobachten gemacht. Laut den Auswertungen sollen Katzen jeden Monat ca. 3,5 Kleintiere erlegen, ob sie diese nun ihren Besitzern schenkten oder nicht bleibt im Prinzip gleich. Dabei nutzen unsere Tiere jedoch nur einen sehr geringen Radius. Im Prinzip bewegt sich ihr Jagdrevier ungefähr 100 Meter um ihr Zuhause herum. Befinden sich in der direkten Nachbarschaft mehrere Katzen so kann dies tatsächlich zu einem offensichtlichen Problem für die wild lebenden Kleintiere werden. Aus den gemachten Ergebnissen konnte dann ungefähr hochgerechnet werden, was das für unsere Umwelt bedeutet. Geht man von den genannten Daten aus und berechnet mit ein, dass nicht jedes von den Katzen getötete oder gejagte Tier bis nach Hause gebracht wird, so ergibt sich daraus, dass jede Hauskatze im Durchschnitt auf 100 Hektar gerechnet, zwischen 14,2 und 38,9 Beutetiere tötet. Und das jedes Jahr! Damit zeigt sich auch, dass unsere Hauskatzen einen höheren Einfluss auf die Umwelt haben, als wild lebende Räuber, die es ja nach wie vor auch gibt. Das Problem ist, dass sie diese aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängen und die Wildräuber sich somit ein anderes Territorium suchen müssen, oder gar nach und nach weniger werden. Aufgrund von Nahrung sterben einige dieser Tiere schlicht und ergreifend aus.

Der Einfluss ist extrem!

Tatsächlich haben unsere Stubentiger damit einen sehr hohen Einfluss auf das Ökosystem. Freigänger sollen Schätzungen zu Folge einen zwei- bis zehnfach höheren Einfluss haben, als beispielsweise wild lebende Raubtiere. Und das alles findet direkt vor unserer Haustüre, in unserer unmittelbaren Umgebung statt. Das wirft einen neuen Blickwinkel auf. Bislang ging man davon aus, dass vor allem verwilderte Katzen eine große Gefahr darstellen könnten. Dass sie aber durch ihre Haustier-Kollegen tatkräftig unterstützt werden ist eigentlich eine logische Konsequenz. Dass die Auswirkungen allerdings so massiv sind, das hat sogar Forscher und Wissenschaftler überrascht. Damit haben alle Katzentypen einen großen Einfluss auf die Population von Vögeln und Kleintieren. Aufgrund dieser Tatsache geben Experten auch zu denken, dass es sich so um eine eigentlich unbeabsichtigten Rückgang der Artenvielfalt handle. Die Tiere können dabei aber nichts dafür, denn sie folgen nur ihrem Instinkt. Der Mensch, der die Katzen hält ist der eigentliche Verursacher. Besonders in sehr dicht besiedelten Wohngebieten, in denen sich viele Katzen wenig Revierplatz teilen, kann es zu einer regelrechten Ausrottung von Wildtieren kommen. Die Beobachtungen wurden mit Teilnehmern aus verschiedenen Ländern durchgeführt, um einen großen Querschnitt ermitteln zu können. Aus Deutschland lagen keine Ergebnisse vor, allerdings lassen die Resultate auch auf unsere Gefilde Rückschlüsse zu. Katzen in den USA und Großbritannien verhalten sich ähnlich wie Katzen, welche in Deutschland beheimatet sind.


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