//Wenn Züchter zu weit gehen – Ausstellungsverbot auf Lebenszeit erteilt
Katzenveranstaltungen

Wenn Züchter zu weit gehen – Ausstellungsverbot auf Lebenszeit erteilt

Immer wieder müssen Veranstalter in Deutschland einschreiten und lassen angemeldete Bewerber nicht zum Wettbewerb zu. So endet für manchen schon am Eingang bei der ersten Kontrolle die Ausstellung, bevor sie begonnen hat. Hin und wieder gibt es grobe Verstöße, bei denen die Veranstalter gezwungen sind einzuschreiten. In Ulm gab es bei einer Katzenausstellung jetzt sogar mehrere Vorwürfe von verschiedenen Seiten. Zwei Züchterinnen erhielten sogar lebenslanges Ausstellungsverbot aufgrund ihrem Fehlverhalten. Was steckt dahinter? Wir haben hier die ganze Geschichte.

Die Messe und ihre Katzenausstellung

Im Rahmen der Tier + Freizeit in Ulm fand vom 19. bis 21. Oktober 2018 auch eine Katzenausstellung statt. Dies ist nicht ungewöhnlich, denn häufig werden Heimtiermessen und Ausstellungen gekoppelt veranstaltet. Hier geben sich dann Stände und Aussteller mit dem Katzenevent die Klinke in die Hand. Zwei Züchterinnen wurden allerdings nun vom Veranstalter auf Lebenszeit gesperrt. Ihnen wird vorgeworfen, sie sollen unerlaubt Katzen verkauft haben. Dies ist bei dieser Veranstaltung verboten. Vielmehr dient das Event dazu, dass Besucher Kontakt zu Züchtern aufnehmen können, um im Falle des Interesses an Nachkommen später einen möglichen Kauf abwickeln können. Doch auf der Messe selbst ist das verkaufen oder handeln mit Tieren verboten. Es soll sogar soweit gekommen sein, dass eine der beiden Damen die Katze ohne Kaufvertrag abgegeben hat. Wie sich herausstellte, soll das aber nicht das erste Mal gewesen sein.

Was genau passiert war

Gegenseitig beschuldigen sich die Aussteller zum Teil mit einem krassen Fehlverhalten. Es soll auch Mobbing gegeben haben und einige Aussteller sollen unter Alkoholeinfluss gestanden haben. Dass die Dame nicht zum ersten Mal Katzen unerlaubter Weise auf einem Event verkauft haben soll, zeigte sich anhand der Reaktionen die auf einen Post in einem sozialen Netzwerk zur Messe in Ulm eingestellt wurde. Die Züchterinnen sollen offenbar schon häufiger auf Ausstellungen negativ in Erscheinung getreten sein, so lesen sich zumindest die Kommentare unter dem Posting des Vereins zur Ausstellung. Die Ausstellerin bekam offensichtlich bereits letzten Herbst ein Ausstellungsverbot auf einer Katzenshow in Zwickau. Der Grund hierfür war, dass sie Katzenbabys verkauft habe, die noch unter 12 Wochen jung waren.

Weitere Vereine haben sich daraufhin beim damaligen Ausrichter in Zwickau gemeldet und bestätigt, dass dies eine unseriöse Züchterin sei. Auch vor der Ausstellung in Ulm soll bereits bekannt gewesen sein, dass hier nicht immer korrekt gehandelt wird, was von Seiten der Züchterinnen ausgeht. Die Verantwortlichen gaben zu, dass sie davon in Kenntnis gesetzt wurden und haben lange überlegt, ob sie die Damen zulassen sollten. Das Ergebnis der langen Diskussionen war, dass die Züchterin erklärt hätte, sie hätte aus ihren Fehlern gelernt und so wurde ihr nun eine letztmalige Chance eingeräumt. Diese hat sie offenbar nicht genutzt, sondern ist wieder negativ aufgefallen. Die Züchterin selber erklärt, dass sie tagsüber keine Katzen verkauft habe, sondern erst am Abend, nach 18.30 Uhr den Katzenverkauf betrieben habe. Aktuell geht eine Welle der Empörung und der gegenseitigen Schuldzuweisungen und Vorwürfe durch das Netz. Auch andere Züchter melden sich hierbei zu Wort und beschuldigen sich teilweise gegenseitig verschiedene Verstöße begangen zu haben. Nachprüfbar ist jedoch kaum etwas davon.

Wie konnte es soweit kommen?

Das ist allerdings eine Frage, die sich durchaus stellt, denn generell gelten Züchter und auch Ausstellungen als seriös und professionell. Allerdings stehen auch hier die Teilnehmer in Konkurrenz zueinander. Wenn nun ein Züchter oder eine Züchterin unerlaubt, oder gegen die Regeln, Kommerz aus einer Ausstellung schlägt, oder sich selbst in den Fokus rückt, um den Umsatz anzukurbeln, zieht das natürlich die Wut der anderen Teilnehmer und Züchter auf sich. Es wird sicherlich noch viel Redebedarf untereinander bestehen. Schlussendlich geht es bei diesen Events vor allem um das Wohl der Tiere und den Erhalt der Rassen. Es zeigt aber auch, wie hart umkämpft der „Markt“ teilweise sein kann, vor allem, wenn es um spezielle Rassen geht.

Auf der anderen Seite muss auch erklärt werden, dass der Ausschluss von der überwiegenden Mehrheit begrüßt wurde, denn Fehlverhalten und das zum wiederholten Male sollte nicht toleriert werden. Grundsätzlich muss jeder damit rechnen, der an einer Ausstellung teilnimmt, dass er bei entsprechenden Verstößen von der Ausstellung ausgeschlossen wird. Ein lebenslanges Verbot, wie es jetzt ausgesprochen wurde, wird je nach Härte des Fehlverhaltens ausgesprochen. Damit alle Teilnehmer, der Veranstalter und das Organisationsteam sowie auch die Besucher den größt möglichen Nutzen und vor allem eine angenehme Zeit haben, sollten sich alle Anwesenden an die Regeln halten. Was bei einem Fehlverhalten herauskommen kann, hat der oben genannte Fall gezeigt. Dies führt auch dazu, dass Organisatoren in Zukunft noch genauer prüfen werden, wer die Ausstellung betreten darf und wer nicht. Natürlich kann es bei groben Verstößen auch zu einer Anzeige kommen, das Recht darauf kann sich der Veranstalter vorbehalten. Dies trifft allerdings sowohl auf Aussteller als auch auf Besucher zu. Wir hoffen auf die kommenden Veranstaltungen, und zwar, dass diese friedlich und ohne Zwischenfälle ablaufen.